Nomenclature ist die Schwester-Maison von Aedes de Venustas — 2015 in New York gegründet von Karl Bradl und dem Designer Carlos Quintero. Während die meisten Parfümhäuser Natürlichkeit als höchstes Gut feiern, dreht Nomenclature das Prinzip um: Synthetische Moleküle, jahrzehntelang als Hilfsmittel hinter den Kulissen versteckt, treten hier als olfaktorische Protagonisten in den Vordergrund.

 

Jeder Duft kreist um ein einziges Molekül — Iso E Super, Hedione, Helvetolide, Aldehyde C-12, Ambroxan. Manche dieser Moleküle sind als Captives bekannt: proprietäre Substanzen, die Parfumkonzerne wie Heiligtümer hüten. Bradl konzipiert jeden Duft, wählt Noten und Begleitstoffe aus und begleitet die Komposition zusammen mit Parfümeur-Größen wie Bertrand Duchaufour, Frank Voelkl, Nathalie Feisthauer oder Patricia Choux. Das Ergebnis: minimalistisch in der Idee, komplex in der Entfaltung.

 

Nomenclature ist keine Marke für jeden. Wer hier kauft, sucht keine vertraute Postkarte (Rosengarten, Mittelmeerküste, Holzfeuer), sondern eine intellektuelle Position — Parfum als bewusste Auseinandersetzung mit Material, Geschichte und Wissenschaft. Klar, futuristisch, mit einer eigenen poetischen Strenge.

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